Er macht die Kürbisse gross

Beni Meier, lässig an einen Kürbis gelehnt und mit einem gewinnbringenden Samen zwischen den Fingern.
Beni Meier, lässig an einen Kürbis gelehnt und mit einem gewinnbringenden Samen zwischen den Fingern.

 

Eine Auktion in Südengland hat einen Kürbissamen des Pfungeners Beni Meier für 1250 Pfund versteigert. Der Gärtner bricht auch sonst gerne Rekorde.


Er ist noch keine 18 Jahre alt. Beni Meier sieht in der Zeitung einen gigantischen Kürbis. Er dachte, wird sich Meier später erinnern, er wolle den Grössten haben, und so sei es auch heute noch. Das sagte der Gärtner vor sechs Jahren dem «Landboten». Er hatte wenige Tage zuvor an der Schweizer Meisterschaft im Kürbiswiegen die 600-Kilo-Grenze geknackt und den ersten Preis gewonnen. Nun wollte er weitergehen: an der Europameisterschaft im Kürbiswiegen siegen und noch schwerere Kürbisse präsentieren. Doch glauben wollte er damals nicht so richtig daran, dass seine Früchte ihr Gewicht noch weiter steigern könnten.

Gross und grösser

Doch er irrte. Der heute 32-jährige Vater dreier Söhnen hat zwei Europameisterschaften geschafft und kann auf mehrere Weltrekorde zurückblicken. Im Jahr 2014 waren es gleich drei seiner Kürbisse, die gegenseitig die Rekorde brachen: 950 Kilo der erste, 953 Kilo der zweite und 1054 Kilo der dritte.

«Er wollte weitergehen: an der Europameisterschaft im Kürbiswiegen siegen»

Nun kommt für Meier eine neue Höchstmarke hinzu. Eine Auktion in Südengland hatte im Februar einen Samen dieser tonnenschweren Frucht für 1250 Pfund versteigert, wie die Zeitung «Le Matin» in ihrer gestrigen Ausgabe berichtete. Das Auktionshaus hatte den Wert des Kürbiskerns bei 75 Pfund angesetzt, mehrere Bieter im Saal und am Telefon überboten sich und jagten den Preis in die Höhe. Der Zuschlag für den Kürbiskern ging schliesslich für den neuen Rekordpreis an die britische Firma Thompson & Morgan, die auf Pflanzen und Samen spezialisiert ist. Der höchste Verkaufspreis lag bisher bei 1600 Dollar.

Prestigeträchtige Frucht

Überrascht es den Berufsgärtner, der die Kürbisse als Hobby züchtet? «Ja, natürlich», sagt er nüchtern. Obwohl es auch um Prestige geht, will Meier in erster Linie den Dachverband für Riesenkürbisse «Great Pumpkin Commonwealth World Conference» unterstützen. Er wird auch den erzielten Auktionspreis erhalten.

Einmal im Jahr treffen sich die Verbandsmitglieder, um die Kürbisse zu wiegen und auszuzeichnen. Wie im Februar in Südengland, als auch der Kürbiskern versteigert wurde. Wie bei einem Pferd haben auch Kürbisse einen Stammbaum. Die Züchter kennen die Vorfahren der Früchte, kreuzen weltweit die schwersten unter ihnen. Deren Samen haben das Potenzial, auch einmal über 900 Kilo zu wiegen. Meier wollte als Jugendlicher den gigantischsten Kürbis schaffen. Und er hat es getan. Er wird sich wohl nochmals selbst übertreffen. Aus Freude am Beruf, am grünen Daumen und auch, wie er sagt, weil er ehrgeizig sei. Was wollte er, als er in der Zeitung blätterte? Den Grössten haben.

Erschienen in: Der Landbote vom 11. März 2016